„Himmlisches“ „Moderne sakrale Kunst in der Kirche Heilige Drei Könige“
Mai
19
Events
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Event
Di, 19. Mai 2026
in 19 Tagen
17:00
Kirche Heilige Drei Könige, Jülicher Straße 63, 41464
Neuss, DE
Mit einem Finanzvolumen von 1,8 Millionen Euro wurde die Kirche Heilige Drei Könige an der Jülicher Straße in den Jahren 2020 und 2021 „zukunftsfähig“ gemacht. Faktisch abgeschlossen erscheint die Renovierung aber erst seit Jahresbeginn. Zum Patrozinium, 6. Januar, segnete Andreas Süß als Oberpfarrer die modernen, neuen sakralen Kunstwerke, die mit Jenny Ayala, eine Licht- und Raumkünstlerin aus dem Dreikönigenviertel, geschaffen hat: Eine Glaswand, die mehr verbindet als trennt, und eine traditionelle Taufkapelle, die zum leuchtenden Licht-Ort der Marienandacht wird. Faszinierende Arbeiten, die das bereits vorhandene, beeindruckende Kunstensemble des Gotteshauses noch einmal bereichern.
Wir sind neugierig und haben einen Ortstermin vereinbart. Dabei wird uns Jenny Ayala als Gesprächspartnerin zur Verfügung stehen; sie wird über ihre Kunst, über ihre Arbeit und vor allem über ihre Werke, die nun in der Drei Königen Kirche zu sehen sind, erzählen. Allein das verspricht bereits, ein spannender Abend zu werden. Doch wir werfen natürlich auch einen Blick auf das gesamte Bauwerk, das durch die jüngste Renovierung noch einmal seine Architektur stärker betont, mehr Raum und Helligkeit schafft.
Die Kirche Heilige Drei Könige an der Jülicher Straße wurde nach dem Quirinusmünster sowie St. Josef (1888) auf der Furth und St. Marien (1902) in der Innenstadt als vierte katholische Kirche in Neuss konsekriert – das geschah erst 1915, obwohl sie bereits zwischen 1909 und 1911 errichtet wurde. Sie wird geprägt von einem sogenannten Mischstil, der Anleihen im Jugendstil nimmt, aber auch von Neugotik und Neurenaissance inspiriert wird. Architekt ist Eduard Endler. Zu einem Markenzeichen von „Dreikönige“ wurde aber die bewegte Gewölbedecke, die nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg von den bekannten rheinischen Kirchenarchitekten Dominikus Böhm und Sohn Gottfried Böhm geplant und Anfang der 1960er Jahre nach Entwürfen von Gerhard Kadow in Gold und Silber bemalt wurde.
Wenn regelmäßig Touristenbusse mit niederländischen Kennzeichen vor der Kirche halten, dann aus gutem Grund: „Dreikönige“ bietet einen Schatz, auf den unsere westlichen Nachbarn besonders stolz sind. Sie ist – vermutlich – die einzige Kirche, deren Fenster alle von Jan Thorn Prikker gestaltet wurden – ein Gesamtkunstwerk. Die zehn Fenster, sechs im Chor, vier im Querschiff, stammen aus einer frühen Phase des noch unbekannten Prikker und wurden – nach langem Streit mit dem Erzbistum – erst 1919 eingesetzt, obwohl sie bereits seit 1913 fertig waren. Die restlichen Fenster folgten 1928/1929 – vom selben Künstler, der nun bekannt, sich weiterentwickelt hatte und geometrische Farbkompositionen fürs Langhaus schuf. Dabei entstand für die damalige Taufkapelle eine Spielart, die auch wieder figürliche Darstellungen und abstraktes Farbenspiel kombinierte – das Ergebnis ist unter anderem ein Fenster, dass den heiligen Quirinus von Neuss zeigt. Der Neusser Stadt- und Pfarrpatron ist gar ein zweites Mal in „Dreikönige“ zu entdecken – präzise: Quirinus wacht über dem Westportal.
Im Anschluss an Führung mit Künstlerin-Gespräch kehren alle, die mögen, im nahen Restaurant Achilles, Schorlemerstraße 131, ein, um das Gesehene und das Gehörte zu reflektieren und den Abend bei guten Gesprächen, leckerem Essen und durstlöschenden Getränken ausklingen zu lassen. Im Achilles ist für uns ein Tisch reserviert; alle sind Selbstzahler.
Zur Disposition bitten wir um eine verbindliche Anmeldung bis zum Freitag, 15. Mai 2026.
Ansprechpartner der Bürgergesellschaft & St. Quirinus‘ Schötzejeselle für diese Veranstaltung ist Ludger Baten; Mobil: +49 172 266 2853
Ab
5€